Destiny
Destiny ist ein ambitioniertes Projekt. So ambitioniert, dass sogar der Publisher Activision, als auch die Entwickler von Bungie Schwierigkeiten haben konkret zu vermitteln, was ihr Spiel eigentlich umfasst. Grob gesagt ist es ein Hybrid aus Single Player und Massively Multiplayer Online Shooter mit RPG-Elementen, einer Kampagne, einem großen Universum und ganz vielen Spielmodi drumherum, die uns durch verwirrende Trailer angeteasert wurden. Hmm. Noch einfacher: Destiny mutet wie ein Borderlands mit großer Serveranbindung an. Nur in einer Science Fiction-Welt, die sich selbst ernst nimmt. Und eine epische, fast philosophisch angehauchte Geschichte erzählt. Oder so. Hmm. Schwierig. In jedem Fall ist es ein Projekt, für das Bungie laut eigener Aussage bereits 10 Jahre bzw. drei Sequels im Voraus gedacht hat. Mehr noch: Sie behaupten, dass die ersten, voreiligen Reviews auf keinen Fall das komplette Spiel wiedergeben können. Das könnte PR-Bullshit sein, auf der anderen Seite gab es schon viele Spiele, die sich erst nach Tagen, gar Wochen richtig entfaltet haben, weil sie erst ab einem bestimmten Erfahrungslevel des Spielers ihr volles Potential zeigen. Dem möchten wir Glauben schenken und gehen Destiny deshalb etwas anders an: Als Tagebuch!
Eins scheint zumindest klar zu sein: Destiny wirkt wie ein guter Feierabend-Shooter. Man legt das Spiel am Abend noch für eine oder zwei Stunden ein, um ein wenig hochzuleveln und zu entspannen. Dementsprechend wird uns das Werk einige Zeit begleiten. Was wir in dessen Welt erlebt und entdeckt haben, wie sich das Erlebnis im Laufe der Zeit entwickelt und vor allem wie lange wir am (überdimensionalen) Ball bleiben, möchten wir mit diesem Tagebuch festhalten. Das ist übrigens nicht auf einen Autoren beschränkt. Hier trägt jeder von uns etwas ein, der oder die sich mit Destiny auseinandergesetzt hat. Der Übersicht halber teilen wir die Einträge in Seiten auf. Ganz zum Schluss werden wir das alles sicherlich noch zu einer Rezension zusammenfassen.
Was uns auf unserer Reise durch Destiny erwarten wird? Keine Ahnung! Lasst uns gemeinsam auf Entdeckungstour gehen!

11.09.14: Der erste Kontakt
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Es mag so manchen verwundern, aber meine interessanteste Erfahrung mit einem Spiel aus dem Hause Bungie war der Anime-Prügler Oni. Obwohl ich Halo 3 und ODST sehr gern gespielt habe, habe ich nicht in die große Reihe hineingefunden und dementsprechend wurde das Studio in meiner persönlichen Wahrnehmung nie zu diesem festen Begriff, wie er es in den Köpfen vieler anderer Spieler ist. Insofern sah Destiny für mich auf den ersten Bildern wie eine konsequente Weiterführung von Halo aus: Science Fiction, dass trotz viel Metall irgendwie organisch anmutete. Und naja, alles irgendwie eingebettet in einen Shooter. Der Hype-Train von Destiny rauschte völlig an mir vorbei, ich habe noch nicht einmal die Beta gespielt – und dann, ein paar Tage vor Release, packte mich dann doch das Interesse. Eher spontan habe ich eine Promo angefragt; ohne große Erwartungen ging ich an das Spiel heran. In den ersten drei Stunden wurde ich dabei angenehm überrascht.
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Der Master Chief ist nur eine Hülle ohne Gesicht. Destiny ist da löblicherweise etwas konkreter.
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Dann starte ich das Spiel und mich begrüßen majestätische Panoramen von postapokalyptischen Landschaften zu majestätischer Musik. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es in Halo 3 damals Szenen gab, wo man über weite Landschaften sehen konnte, bis weit zum Horizont. Diese Szenen sind ein Scheiß gegen das, was einen in Destiny erwartet. Mag sein dass es generell technisch bessere Lösungen für Grafik gibt, aber das Art Design, sowie die Vision der Landstriche machen das locker wieder wett. Was sehe ich da eigentlich? Ein vergessenes, völlig zerstörtes Russland irgendwo in der fernen Zukunft auf der Erde. Ehe ich darüber nachdenken kann, erweckt mich ein kleiner Roboter zum Leben, der mich an einen vernünftigen Bruder von Wheatley aus Portal 2 erinnert. Klein, quirlig, süß animiert, und doch todernst in seiner Stimmlage. Todernst ist auch die folgende Gefechtssituation: Merkwürdige Roboter jagen mich in ein dunkles Gebäude hinein und ich schieße mich durch ganze Horden von ihnen. Bevor ich überhaupt verstanden habe, worum es geht, habe ich bereits gefühlt 50 Gegner umgeschossen. Aber ich mag das. Hier ist ordentlich was los!
Was das Spielgefühl betrifft, ist man schnell drin, sofern man in der Vergangenheit einen Shooter auf der Konsole gespielt hat. Destiny ging mir sofort in Fleisch und Blut über. Ich finde ein Raumschiff, fliege damit (leider nicht eigenhändig) zur letzten Großstadt auf der Erde – und plötzlich sind da andere Mitspieler. Ich kratze mir am Kopf: Aus dem Ego-Shooter ist auf einem Schlag ein MMORPG geworden? Die toll inszenierte erste Mission weicht plötzlich einen eher unbeholfen wirkenden HUB, wo ich auf meinem Markt Zeug kaufen und mit herumhüpfenden Mitspielern Kontakt pflegen kann. Die Händler murmeln dubioses Zeug, wenn man etwas bei ihnen erstehen möchte. Das soll wohl geheimnisvoll wirken. Aber es wirkt plump, ebenso wie der plötzliche Kontakt mit offenbar wichtigen Anführern von politischen/religiösen/whatever-Gruppierungen, die sich nicht vorstellen, sondern einfach da sind. Ein blöder Bruch zur coolen ersten Mission, wo mir eine verlassene Welt geschickt vorgestellt wurde. Die wollte ich erkunden. Diesen langweiligen HUB hier, der wie ein Puppentheater wirkt, möchte ich hingegen so schnell wie möglich verlassen.

Aber man kann schnell zu den eigentlichen Shooter-Missionen zurück, indem man mit seinem Rauschiff in den Orbit fliegt und eine auswählt. Yeah! Es gibt neben der Erde noch Mond und Mars! Zunächst löse ich aber erst noch in Russland ein paar Missionen, sammle Erfahrungspunkte, staune über weitere wunderschöne Landschaften und liefere mir etliche Gefechte. Einmal bin ich eine Etage zu tief in einen Keller hinabgestiegen und stieß auf Gegner, die ein Fragezeichen über dem Kopf hatten. Mit einem Schuss war ich tot. Aha, auf meine Erfahrungsstufe sollte ich also schon achten.
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Pathetisches, bedeutungsschwangeres Gelaber von maskierten Roboterwesen, die von Zeug schwafeln, dass dich nicht die Bohne interessiert.
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[column size=one_half position=last ]Mein erster Eindruck? Es ist schön, es klingt fantastisch, spielt sich toll – aber die Geschichte und somit das Universum packen mich noch nicht wirklich. In einer Zwischensequenz kommt ein maskiertes Roboterwesen mit dunkler, männlicher Stimme auf mich zu und schubelawafelt mir irgendwas von Hütern, der Finsternis und vergangenen Kriegen vor. Ich hätte fast erwartet, dass gleich Laserschwerter und die Macht mit ins Gespräch einfließen. Noch habe ich nicht verstanden, wie die Logik dieser Welt funktioniert, noch fühlt sie sich für mich nicht greifbar an. Eher wie ein tolles Gemälde, dem man etwas hinzugedichtet hat. Ich hoffe sehr, dass es noch Klick macht, denn so sehr ich kryptische Geschichten mag, so sehr wirkt das pathetische, bedeutungsschwangere Gelaber mancher Figuren gerade durch das edle Design und die epische Musik eher aufgeblasen und gewollt. Hoffentlich wird die Kulisse am Ende mehr als, ja, eine Kulisse. Das gilt auch für die menschlichen Spieler, die bisher eher deplatziert wirkend durch die Level stolpern. Den Vorteil einer Vernetzung habe in in den ersten drei Stunden noch nicht gesehen.[/column]

Bei der nächsten Session geht es auf den Mond. Wie ich jüngst erfahren habe, soll es dort Hexen geben. Aha.

13.09.14: THAT WIZARD … came from the moon
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Ich habe Ritter bekämpft und Hexen in die Flucht geschlagen. Auf dem Mond. Und es war … großartig!
Zwischenzeitlich habe ich Level 9 erreicht, aber um auf dem Mond etwas Land sehen zu können, war ich gezwungen ein paar Aufgaben neben der Story auf der Erde zu vollenden. Grinden also. Das ist mir leider auch schnell langweilig geworden: Die Karten sind zwar groß und wunderschön gestaltet, aber die Wegführung ist anscheinend so ungeschickt, dass man als Spieler immer wieder an den gleichen Punkten vorbeigeführt wird. Das Spiel wechselt in manchen Szenen in einen Horde-Modus, und dummerweise habe ich auf der Russland-Karte bisher nur zwei, vielleicht drei immer wiederkehrende Arenen gesehen, in denen der Kampf ausgetragen wird. Aufgefallen ist mir ebenso, dass die Gegner wirklich jedes verdammte Mal an den gleichen Punkten spawnen. Das wird in keiner Form variiert. Hinter einem Fels mehrere Missionen lang immer die drei gleichen Feinde zu treffen ist dann doch enttäuschend.

„Die Gefechtssituationen sind teilweise recht fordernd und die Stimmung bereitet mir schwitzige Hände. Wow!“
Dann ging es aber endlich auf den Mond und mir eröffnete sich eine weitere, total geil designte Karte, die neben einer verlassenen Basis auch Höhlensystem bot, welches mir beim ersten Betreten die totale Gänsehaut verschaffte. Mein Geist, den ich zwischenzeitlich lieb gewonnen hatte, deutet Gefahren an und mutmaßt, dass die Hive, eine zombieartige Alienrasse, vermutlich große Teile des Mondes mit Höhlensystemen durchsetzt haben. Kopfkino! Ich betrete diese Untiefen zwar nie, doch allein die Vorstellung, dass diese Monsterwesen aus den tiefsten Tiefen aller Tiefen gekrochen kommen, ist Gänsehaut pur. Als sich dann schwere Tore öffnen und ganze Scharen von kreischenden Ungetümen mich überfallen, ist die Action-Horrorstimmung fast perfekt. Warum die Gegner Bezeichnungen wie „Ritter“, „Zauberer“ oder „Hexe“ haben, hat sich mir noch nicht erschlossen, aber ich habe mich nicht irritieren lassen. Die Gefechtssituationen sind teilweise recht fordernd und die Stimmung bereitet mir schwitzige Hände. Wow!

Und dann … starte ich in der nächsten Mission wieder am gleichen Startpunkt und muss viele Bereiche der linear gebauten Höhle erneut passieren. So cool sie auch aussieht: Wiederholungen nehmen solchen Orten schnell den Effekt. Unterschied ist in den drauf folgenden Storymissionen lediglich, dass ich tiefer in die Höhle vordringe. Jede Etage, die dann neu für mich ist, macht dann auch wieder Spaß und es ist toll zu sehen, wie die Lichtstimmung immer finsterer wird. Ich hätte mir aber alternative Wege gewünscht, damit ich nicht ständig den gleichen Weg laufen muss

Insgesamt war der Mond für mich aber schon deutlich spannender als die Erde. Die Geschichte wird aber auch hier immer noch recht dilettantisch vorgetragen. Es blitzt allerdings immer wieder ein Funke Spannung auf. In diesem Fall ist es ein Funkspruch, der von einem unbekannten Absender von der Venus gesendet wird. Natürlich muss ich da mit meinem Geist hinterher. Signalen nachjagen, Hinweisen auf die Spur gehen: Das funktioniert auch in einem Science Fiction-Setting. Ich schalte das Spiel aus und bin gespannt, was mich auf dem neuen Planeten erwartet.


13.09.14: Frust auf der Venus
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Nun habe ich die Venus erreicht und mir eröffnete sich abermals eine wundervolle Landschaft. Sie ist eine Mischung aus Gebirge, einer verfallenen Stadt und einem Dschungel. Und ja, alles ist irgendwie giftig grün. Kein gemütlicher Ort, aber immerhin schön.
Dort läuft mir ein neuer Gegnertyp über den Weg: Die Vex. Das sind im Prinzip roboterartige Wesen, die mich sehr an das Design von dem Film Metropolis erinnert haben. Mit einem kleinem Touch Dr.Who. Schießt man ihnen den Kopf ab, bekommen sie einen Kurzschluss, drehen komplett durch und stürmen blind und wild feuernd auf einen zu. Die gleiche Panik wie bei den Hive-Wesen bekomme ich dadurch zwar nicht, aber es macht trotzdem ungeheuer Spaß die Blechbüchsen zu zerlegen. Ein wenig hat mich das Treffer-Feedback an Binary Domain erinnert, was ebenfalls sehr befriedigend war.

Zwischenzeitlich habe ich Level 12 erreicht und ich bin immer noch erstaunt, wie perfekt Bungie diesen Flow in Kämpfen hinbekommen hat. Der ständige Wechsel zwischen Nachladen, Nahkampf und Deckungssuche ist grandios abgestimmt und auch das Gegnerverhalten ist toll daran angepasst – auch wenn sie nicht die hellsten sind. Wenn es darum geht sich nach einem langen Tag etwas abzureagieren, ist Destiny eine gute Wahl.
[column size=one_half position=first ]Die Geschichte frustriert mich dennoch zunehmend. Ständig sammle ich Karten ein, die ich auf eine Webseite von Bungie weiterleiten wollen. Das heisst also, das Hintergrundinformationen erst gar nicht im eigentlichen Spiel enthalten sind! Kein Log, keine digitalen Dokumente. Wenn du mehr wissen möchtest, musst Du das Spiel verlassen und eine Wiki am Computer bemühen. Es ist spürbar, dass die Game Writer leider erst spät zu dem Projekt hinzugezogen wurden, und manche Zwischensequenzen sind schlechtweg lächerlich. In einer Szene, wo die Urheberin des geheimnisvollen Funkspruchs vorgestellt wird, legt die Kamera großen Wert darauf die stolzierenden Helden möglichst gut in Szene zu setzen, aber etwas spannendes wird dabei nicht erzählt. Nein, diese Roboterfrau sagt sogar folgendes: „Ich habe keine Zeit zu erklären, weshalb ich keine Zeit habe etwas zu erklären.“ Ernsthaft? WTF!?! Aber es war ein Schlüsselmoment für mich: Mir wurde bei dieser Dialogzeile klar, dass sie unweigerlich das gesamte Problem des Plots von Destiny beschrieb.[/column][column size=one_half position=last ]
„Ich habe keine Zeit zu erklären, weshalb ich keine Zeit habe etwas zu erklären.“
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Ich verlor das Gefühl für Progression.
[/column][column size=one_half position=last ]Zudem habe ich seit Level 10 das Gefühl für Progression verloren. Es dauert lange, bis man einen neuen Level erreicht, und das Spiel möchte umso mehr von mir, dass ich Multiplayer-Missionen und Grinding-Aufgaben erfülle, ehe ich mit der Geschichte fortfahre. Immerhin sind die Strikes ganz cool: Zu dritt nimmt man es mit übermächtigen Gegnern auf und man muss wirklich gut zusammenarbeiten, bis man sie besiegen kann. Viel lieber hätte ich diese Missionen aber als optionale Zerstreuung neben der Story gehabt, als als notwendiges Element.[/column]

Ehrlich gesagt ist mir zwischenzeitlich egal geworden, ob ich Level 3, 8, 10, 12, 300, 4028 oder 73037173 habe. Stark zu sein ist sehr nett, wenn man in ältere Level zurückkehrt und merkt, dass man einfach so durch die Gegnerreihen durchspazieren kann, aber ich gebe einen Scheiß auf die Zahl neben meinem Spielcharakter. Was mich jetzt nur noch motiviert, ist zumindest noch einmal den Mars zu betreten. Welch Ironie, dass der Drehsinn der Venus in der Realität retrograd ist. Hatte ich auf dem Mond noch tierisch Bock auf Destiny, ist mein Interesse seit meiner Ankunft auf der Venus gehörig gesunken. Das Spiel beginnt mich zu frustrieren. Zeit für eine kleine Pause und etwas Abstand.

No Guts No Glory
[authorbox authorid=“5″ ]
Im Jahre 2086 reisten zwei friedliche Bewohner fremder
Planeten auf die Erde, sie brauchten unsere Hilfe. Als Gegenleistung gaben sie uns die Pläne zu unserem ersten
yperantrieb, der es der Menschheit ermöglichte, dass Tor zu den Sternen aufzustoßen.
Wir haben ein Team einzigartiger Individuen zusammengestellt,
ds die Erde und unsere Verbündeten schützen soll.
Muige Pioniere, den höchsten Idealen und der Gerechtigkeit verpflichtet,
widen sich der Aufgabe, Recht und Ordnung jenseits der neuen Grenzen zu bewahren.
Das ind die Abenteuer der Galaxy Rangers …
Das Intro der Serie Galaxy Rangers beschreibt schon ganz gut, was ich mir von Destiny erhofft hatte: Einen tollen Sci-Fi Shooter, wo ich, zusammen mit meinen Freunden, einen zusammengewürfelten Haufen rechtschaffender Weltraum Cops bilde und auf fremden Planeten Abenteuer bestehen muss. Jeder hätte eigene, einzigarte Fähigkeiten besessen und gemeinsam hätte man im Vorbeigehen die Galaxis gerettet.
Zugegeben, die Beta deutete schon an, dass es leider nicht ganz so aussehen würde, aber hatte man damals noch die Hoffnung, dass sich die generischen Missionen im kompletten Spiel dann mal verabschieden würden und in der Beta bewusst Story Missionen gekürzt oder zusammenhangslos präsentiert wurden.

Also machte ich mich frohen Mutes an das Endspiel ran, kreierte meinen Charakter (eine Titanen-Frau, weil mit Kerlen spiele ich solche Spiele schon oft genug) und fand mich gleich in der ersten Storymission wieder, in der ich wieder der gelangweilten deutschen Peter Dinklage Synchronstimme lauschte. Soweit so blaaaaand. Leider änderte sich auch nichts daran. Ich spulte halt das Programm, welches ich aus der Beta schon kannte, eher lustlos runter. Dort ne Storymission, etwas Patrouille auf dem Mond, hier nen Strike (eine etwas schwierigere Mission mit einem mächtigen Endgegner). So levelte ich Stück für Stück auf, fand stärkere Waffen und weiteren Loot. Hier muss ich aber auch gleich sagen: Als Solist hätte ich hier das Spiel wieder abgegeben, weil es mich stark gelangweilt hätte.
Mit Freunden machte es aber doch noch genügend Spaß und ich musste mich an alte Halo3 Zeiten erinnern, in denen man zu viert die Storymissionen gespielt hatte, auf Legendär.
Vom Gameplay fühlt sich Destiny auch sehr stark wie Halo an. Run and Gun at it best. Das Waffenhandling fühlt sich knackig an und die Waffen haben den richtigen Punch. Man bewegt sich ausreichend schnell und der Doppelsprung macht Laune. Ich wüsste nicht, was man hier ändern oder verbessern könnte. Mein persönlicher Höhepunkt im (Sci-Fi) Shooter Genre, was die Steuerung angeht.

Ein kleiner Zwischenruf an der Stelle: Zu viert. Schon Halo3 konnte man insgesamt mit Vier Leuten gleichzeitig spielen. Destiny macht schon bei 3 Leuten Schluss (was Raids, Strikes und weitere Missionen angeht, PVP erlaubt größere Gruppen). Und das ist lächerlich, mMn. Warum macht man ein Spiel, welches auf MULTIplayer ausgelegt ist, und lässt nur ein Trio gleichzeitig Missionen bewältigen? Gerade, wenn dann mal die komplette Freundesliste Destiny spielt, bilden sich kleine Grüppchen, anstatt eine große. Das ist aber nur eine Stelle, wo ich meinen Finger heben und Warum?! fragen muss. Weitere Stellen: Warum kann man untereinander keine Items tauschen? Warum muss ich den Turm (HUB Punkt zwischen den Missionen) jedes Mal als Reiseziel vom Orbit aus raus suchen? Warum nicht per fixen Button? Warum wird einem so wenig erklärt? (Das mit den Fraktionen hab ich z.B. erst nach über 3 Wochen geschnallt) Warum sind Warlock, Titan und Jäger so ähnlich zu spielen? Warum ist die Story SO langweilig, dass ich das Ende gar nicht so richtig mitbekam? Warum wurde die Loot Cave geschlossen? Warum ist nach Rang 20 schon Schluß mit dem „normalen“ aufleveln? Warum gibt es nur 4 Planeten und pro Planet nur einen Aufenthaltsort? Öhm, sicher, manches wiegt schwerer als anderes, aber trotzdem kam immer wieder etwas auf, wo Destiny nicht ganz durchdacht daher kam.

Doch wieso hab ich dann inzwischen so an die 20+ Stunden (and counting) in das Spiel reingesteckt? Trotz der ganzen Nitpickerei baut Destiny doch schon einen gewissen Sog auf, der einen reinzieht, eine lebendige Freundesliste vorausgesetzt, die einem nach Mouth to Mouth-Prinzip eigene Entdeckungen mitteilt, die man dann selbst mal ausprobiert. Es ist auch ein wenig dieses Watercooler-Talk-Prinzip: „Hey, ich hab gestern im Kosmodrom was geiles erlebt, lass uns da mal hin…“. Der Loot Level ist auch gegeben, auch wenn mir der Drop ein wenig zu Random ist (Boah, Toto…gingen nicht noch ein paar mehr englische Begriffe? Dein Bad Conscience). „Cool, ich habe einen legendären Brustpanzer gefunden, mit sau viel Stärke und Lichtpunkten“. Grafik und Sound laden auch ein, im Spiel zu verweilen. Die Musik, wenn auch nur spärlich genutzt, kommt sofort auf den Punkt und versetzt einen in die richtige Stimmung. Besonders über Kopfhörer entsteht eine Soundkulisse, die zwischen angenehm und anpeitschend hin und her schwingt. Abwechslungsreich sind die Gebiete auch und unverwechselbar. Eine Grundfarbe herrscht immer vor: Die Erde ist Braun, der Mars Rot, der Mond Grau und die Venus Gelb. So weiß man immer sofort, wo man sich gerade befindet.

Momentan habe ich das Gefühl, eigentlich das wichtigste im Spiel gesehen zu haben, es aber noch viel zu entdecken gibt, was aber mit ner Menge an Grinding versehen ist, da die Items wirklich nur nach dem Zufallsprinzip vergeben werden. Ich habe fast den Lichtlevel 25 erreicht, 30 ist wohl das Maximum. Ich bin gespannt, ob mich das Spiel so lange halten wird. Geschweige denn 10 Jahre, wie von Activision angepeilt…